Ärzte sehen zunehmende Genital-OPs mit Sorge
Juli 16, 2009
Lange schien es, als ob Schönheitsoperationen im Schambereich eher ein Randbereich der plastischen Chrirugie für Menschen mit exotischen Ideen sei. Aber scheinbar hat sich das Verschönern des Genitalbereichs auch einem breiterem Publikum erschlossen. So ist zu lesen, dass die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) b mit großer Besorgnis die wachsende Anzahl von Operationen im Genitalbereich beobachte.
Die Nachfrage von Frauen nach kosmetischen Genital-OPs, die also ohne medizinischer Notwendigkeit unterzogen werden, zielt häufig auf die Verkleinerung oder Vergrößerung der Schamlippen sowie die Vergrößerung des G-Punktes. In den USA ist das Thema schon so etabliert, dass die vielen Operationen im Intimbereich bereits viele Chirurgen und Chirurginnen ihr Auskommen sichern. Und nun kommt wie so vieles eben auch dieser Trend wie so viel Dinge auch nach Deutschland.
Auslöser sei der derzeit stark ausgeprägte Trend zur Intimrasur der die Nachfrage nach Genital-Ops so ansteigen lasse. Die weiblichen Genitalien würden durch die Intimrasur sichtbarer. Die Folge ist, dass sich nun auch im Schambereich ein Schönheitsideal entwickelt. Anbieter von sogenannten „Vaginalverjüngungsoperationen“ versprächen ein besseres Sexleben.
Experten warnen jedoch davor, dass es noch keine Rikoeinschätzungen und Komplikationsraten für diese Art von OPs gibt und diese teilweise sogar verharmlost werden. Hinzu komme, dass es keine wissenschaftlichen Daten gibt, die nachweisen, dass die Eingriffe zu anhaltender psychischer oder funktioneller Besserung führen. Dagegen müsse man mit Entzündungen, Narbenbildungen oder Nervenstörungen mit verringerter sexueller Empfindlichkeit rechnen, wenn der Eingriff Komplikationen mache.
Kritische plastische Chirurgen weisen deshalb auch darauf hin, dass beim ärztlichen Aufklärungsgespräch eine Psychologin oder Psychiaterin hinzugezogen werden sollte, da neben ästhetischen Motiven bei den Patientinnen auch psychische Störungen oder mangelnde Informationen das Verlangen einer Schönheits-OP im Genitalbreich sein können.
Leider berichtet der Artikel nichts über männliche Genitalverschönerungen. Ich glaube es liegt einfach nur daran, dass sich Männer - zumindest noch - keine Gedanken über die Optik ihres Prinzen machen. Was eigentlich erstaunen sollte, denn mir werden bestimmt auch die Leser des starken Geschlechts zustimmen, dass das männliche Geschlechtsorgan egal wie auch immer hindrapiert, nicht so ästhetisch ist wie eine weibliche Vulva.